Sonntag, 2. August 2015

Antwort auf die Stellungnahme von Inge Hannemann gegen Ralph Boes


Antwort auf die Stellungnahme von Inge Hannemann zum jetzigen Sanktionshungern von  Ralph Boes


Liebe Inge - mit Staunen habe ich deine Stellungnahme zu mir in Facebook zur Kenntnis genommen und möchte Dir hier meine Antwort geben.
Du schreibst:
 
 
"Ich wurde gefragt, ob ich das neueste „Sanktionshungern“ von Ralph Boes unterstütze, oder warum ich es nicht tue.
 
Meine Gründe:
 
Zunächst halte ich dieses erneute „Sanktionshungern“ für den falschen politischen Weg. Hartz IV oder hier speziell die derzeitige unsägliche Sanktionspraxis sehe ich als einen gesamtpolitischen Skandal an, welches auch in diesem Duktus „angegangen“ werden sollte. Es kann nur durch eine Gesetzesänderung erfolgen. Dazu bedarf es eines Widerstandes unter Berücksichtigung und Differenzierung aller Seiten sowie die Verknüpfung der tatsächlichen internen Abläufe und nicht nach Vermutungen.
 
1.) Dass du mein Sanktionshungern für den "falschen" Weg hältst, da ist natürlich nichts dagegen zu sagen. Die Bundesagentur für Arbeit hat DEINEN Weg auch nicht unbedingt begrüßt.
Es gibt aber einen Unterschied zu einem Weg, den man aus politischem Kalkül einschlägt, zu einem solchen, zu dem einen die Verhältnisse drängen.
Das Sanktionshungern ist mir durch die Verhältnisse AUFGENÖTIGT.
Nach drei Jahren Totalsanktion sind meine Kräfte und Möglichkeiten jetzt einfach erschöpft.

(http://grundrechte-brandbrief.de/Meldungen/2015-06-17-Siebzehnter-Juni.htm)
Hast Du da einen besseren Weg?
2.) Du schreibst, es brauche einen Widerstand "unter Berücksichtigung und Differenzierung aller Seiten sowie die Verknüpfung der tatsächlichen internen Abläufe und nicht nach Vermutungen."
Was soll der letzte Teil des Satzes heißen? Dass ich undifferenziert und aus Vermutungen agiere?
Und dass NUR DU mit DEINEN Kontakten und Recherchemöglichkeiten zum Widerstand berechtigt bist?  
Bei den unmäßigen Sanktionen und der in jeder Weise von mir offen gelegten Auseinandersetzung mit dem Jobcenter – sollte es sich da NICHT um die Offenbarung absolut belastbarer "interner Abläufe" handeln?
 
Ich bin nicht der Meinung, dass die alleinige „Schuld“ nur bei den Mitarbeitern in den Jobcentern liegt.
 
Da stimme ich SELBSTVERSTÄNDLICH zu! In erster Linie ist ein GESETZ für all das Unrecht verantwortlich.
Dazu habe ich meinen
ersten Brandbrief geschrieben – und in JEDER Auseinandersetzung weise ich darauf hin.
 
Die Agenda 2010 ist ein neoliberales Konstrukt, welches die Lobbyisten und den Niedriglohnsektor stärkt und für diese eingeführt und ausgebaut wurde / wird. Zwar sind die Ausführenden durchaus die Jobcenter; jedoch nur die Mitarbeiter an den Pranger zu stellen, ist für mich ein Schwarz-Weiß-Denken.
 
Warum setzt du solche Selbstverständlichkeiten GEGEN MICH EIN?
Warum behauptest Du, dass ich ein solches Schwarz-Weiß-Denken habe?
Und nur die Mitarbeiter des Jobcenters verantwortlich mache?
Weil ich den Briefverkehr mit dem Jobcenter veröffentliche?
Inge – was ist los mit Dir?
Dieser Briefverkehr und der darin manifestierte Umgang der Jobcenter-Mitarbeiter mit dem Grundgesetz und mit den Menschen ist genauso FAKT, wie alles, was DU auf DEINEN Wegen über das System ans Tageslicht bringst.
Politiker / Verbandsfunktionäre etc. sprechen nicht mit mir! Weil ich, anders als Du, ein Teil der durch sie erzeugten, stigmatisierten und verachteten Hartz–IV-Betroffenen bin und sie sich "schmutzig" machen würden, mit mir zu reden.
Deswegen habe ich aus solchen Kontakten auch nichts zu berichten.
Dass in meinen Veröffentlichungen vor allem die Mitarbeiter der Jobcenter zu Wort kommen, hängt mit der speziellen Struktur meines Widerstandes zusammen.
Und dass die Mitarbeiter der Jobcenter dabei meist SCHLECHT wegkommen, ist nicht MEINE Schuld! Es sind die Reaktionen der Mitarbeiter selbst, durch die sie SICH SELBST in Frage stellen!
 
Dieses führt die Gewaltspirale an und die unterstütze ich nicht.
 
Unter der Überschrift des Artikels, der verkürzt heißt: "Warum ich Ralph Boes nicht unterstütze", heißt das,
dass du MICH für eine Gewaltspirale verantwortlich machst!
Liebe Inge – Ich erinnere mich, dass Du im Juni 2013 von der Bundesagentur für Arbeit genau mit dem gleichen Argument angegriffen wurdest. Da hieß es:
"Angesichts der anhaltenden öffentlichen Attacken der (inzwischen freigestellten) Mitarbeiterin des Hamburger Jobcenters Inge Hannemann sieht sich die Bundesagentur für Arbeit gezwungen, Stellung zu nehmen - allein schon zum Schutz der vielen tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die durch die Äußerungen von Frau Hannemann beleidigt, herabgewürdigt und in Gefahr gebracht werden." (S. hier >>)
Liebe Inge – was ist mit Dir geschehen? WIR haben Dich damals rückhaltlos mit Demos und Flashmobs in Schutz genommen.
Warum wendest Du dieses abgeschmackte Argument jetzt GEGEN MICH?

 
Vielmehr frage ich mich, ob die Menschenwürde in diesem Fall nicht für alle gilt? 
  
Glaubst Du wirklich, ich denke da anders?
 
Für mich bedeutet Menschenwürde und Pazifismus: Es gilt für alle. Aber genauso gilt auch für die Mitarbeiter in den Jobcenter und den Gerichten: Jeder ist für sein Handeln selbst verantwortlich. Keiner muss tatsächlich sanktionieren, wenn er oder sie sich die Zeit nehmen würde die tatsächlichen Gründe für eine Verweigerung zu sehen und vor allem anzuerkennen. Dazu bedarf es ein Umdenken und sich von der internen Propaganda zu lösen, Zahlen zu ignorieren und Mensch sein!
 
Sag das den Mitarbeiten der Jobcenter und der Gerichte – aber wende das nicht gegen mich.
 
Weiterhin unterstütze ich nichts, wo Menschen zu Tode kommen oder diesen in Kauf nehmen. Nun mag man sagen: „Die Jobcenter töten.“ Es ist ein Skandal, dass den Menschen, die nicht parieren, alles genommen werden kann und wird. Und das verurteile ich ebenso. Ich verurteile aber auch, wenn Gewaltkommentare gegen Mitarbeiter oder Jobcenter stillschweigend hingenommen werden oder gar unterstützt werden. Gewalt ist nie eine Lösung und für mich ein Ausdruck der Verzweiflung.
 
Liebe Inge – ich bin außerordentlich schwer beschäftigt. Ich kann die Kommentare in Facebook nur ab und an durchforsten. Kommentare, die unangemessen sind, lösche ich dann und blockiere auch die Kommentatoren. Kommentare, die ich noch nicht beseitigen konnte oder die mir durchgerutscht sind, MIR anzulasten, ist etwas stark!
Gewaltkommentare gegen Mitarbeiter der Jobcenter kann ich zwar gut VERSTEHEN, weil sie ein verständliches Echo der gegen die Menschen ausgeübten Gewalt von den Jobcentern ist – aber sie werden von mir nicht UNTERSTÜTZT!
Gerade der GEWALTLOSE, aber die Verhältnisse OFFEN LEGENDE, die Menschenwürde und die Verfassung wieder EINSETZENDE Widerstand ist ja mein Thema. 
 
Widerstand heißt für mich: Ausdauer, Hartnäckigkeit, Strategie, Neues, Positives, Differenzierung und im Leben stehen. 
 
Genau so sehe ich es auch.
 
Widerstand kann nur geleistet werden, wenn man lebt!
 
Liebe Inge – was soll ich da sagen?
Du sprichst VON DEINER ENTSCHEIDUNG, weiter im System zu bleiben – und schließt die HÖHEREN Formen des Widerstandes, die den eigenen Tod in Kauf nehmen, aus. Dabei hast Du in deinem Buch selbst geschrieben, wie sehr dich die Unbeugsamkeit des Giordano Bruno berührt hat.
Gehst Du den Weg des Galilei? Das ist ok! Man kann von niemandem mehr FORDERN. Und schon DIESER Weg ist schwer genug.
Aber Brunos Weg wirkt TIEFER! Ihn jetzt anzuschwärzen – ich sage das jetzt ganz freundschaftlich und unpolemisch: ist nicht recht.
 
Daraus folgt die politische Problemanalyse, daraus das Handeln und das Aufzeigen von Wegen aus der Situation. Ein Aufschrei in Form von Kommentaren auf Facebook reicht nicht aus.
 
Was, bitte, hat das mit MIR zu tun ???
Hast Du das THEMA deines Schreibens vergessen? Unter der Überschrift deines Schreibens ist das GEGEN MICH gesagt!
 
Der Abgrund deiner Argumentation aber wird mit folgendem Absatz erreicht:
 
Was haben wir bisher erreicht?
Zum ersten Mal seit zehn Jahren wird so viel wie noch nie über die Sanktionspraxis diskutiert: politisch, verbandsorientiert, innerhalb der Jobcenter und Arbeitsagenturen und auch die BA gibt es intern zu. Das hat nur funktioniert, weil viele Menschen, ob betroffen oder nicht, ihren eigenen Widerstand leisten – sei er laut oder leise. Es hat dann nicht funktioniert, wenn undifferenziert oder mit Gewalt drauf eingedroschen wurde.
 
DANKE !!! Habe ich in deinen Augen DAS getan?
Du sprichst in deinem Aufsatz ÜBER MICH! Und deine Entscheidung MICH NICHT zu unterstützen. Und ALLES, was du rauslässt, geht
AN MICH!
 
Wissenschaftler, Aktivisten, Verbände und z.T. Betroffene werden angehört und gehört. Eine Mauer des Schweigens der internen Abläufe wurde durchbrochen.
Ich denke, wir sind uns einig, wenn ich sage: Hartz IV muss weg! (...)"
 
Liebe Inge – das ist alles m.E. richtig.
Hier übergehst Du aber, dass das Gesetz jetzt auch zur Überprüfung im Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe liegt!  
Warum verschweigst Du DAS ?
Weil nicht DEIN Name unter dieser Entwicklung steht?
 
Liebe Inge -
Ich weiß nicht, was passiert ist
Ist es wirklich deine Meinung, die Du hier zu Tage bringst?
 
Einfach sprachlos:
Ralph
 
 
 

Kommentare:

  1. Was passiert ist? Der so oft zitierte Futtertrog ist passiert. Ein Platz an der Sonne. Den Arsch an der Wand. Immer im sinne des Systems. Erinnert mich ganz an die Art der Frau Valentine, vor einiger Zeit, die immer "empört" war, wenns System tatsächlich in Frage gestellt wurde.
    Ein Duktus im wahrsten sinne....abducken, anpassen, Duktus.
    Ralph da kannst Du nichts ändern. Wie gesagt, das hat sich schon länger so abgezeichnet.
    Aber Dein Antwort Brief hier, ist trotzdem sehr gut.

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    1. Duktus - hervorraaaagend übersetzt !
      Duktus - dieser Begriff hat richtich Potential für das Unwort des Jahres !!

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  2. Hallo Ralph und Inge,beide seit ihr auf dem richtigen Pfad,Unterschiede und Meinungen muss man halt in einen gesunden Kontext betrachten,wobei ich ein bisschen mehr zu Ralph tendieren,deine Worte und Taten überzeugen mich etwas mehr ! Inge sollte ihre Sichtweise gegenüber Ralph doch auf ein gesundes Maß zurückschrauben ! Schöne Grüße aus Bernburg, euer treuer Leser Michael B.

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  3. Versucht ein Dritter ein Keil zwischen Inge Hannemann und Ralph Boes zu schüren?

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  4. „Ralph müsste sich weiterhin endlich mal aus der Szene der Verschwörungstheoretiker und der damit z.T. verbundenen Querfront distanzieren, um wirklich ernst genommen zu werden.“

    Anmerkung: Wenn man nicht äußerst stabil ist, vielleicht alleine isoliert lebt und sich aufgrund einer psychischen Erkrankung nicht wehren kann, kann bereits eine 30 % Sanktionierung zum Suizid führen! Man ist nur so lange ein Verschwörungstheoretiker wie man nicht bereit ist, eine angebliche Verschwörung mit Beweisen zu widerlegen. Oder anders: Was nicht sein darf, kann nicht sein. Solange die Bundesagentur für Arbeit nicht bereit ist nachzufragen, was aus den „Kunden“ geworden ist, die sich nach mehreren „Einladungen ins Jobcenter“ oder nach Sanktionsandrohungen /Vollstreckungen nicht mehr beim Jobcenter gemeldet haben, werfe ich denen vor, dass die Sanktionspraxis tötet. Und das mit SYSTEM!

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    1. Ja genau.
      Ja sogar auf Harz 4 an sich zu landen bedeutet für nicht all zu wenige bereits Persönlichkeitsverlust - wenn z.B. so ein Jobcenter der Meinung ist: "Sie müssen ihre Wohnsituation anpassen".
      Und dieses System übrigens ist dasselbe System, was auch sog. Wirtschaftsflüchtlinge abschiebt.
      Hieran sieht man, was diesem System wirklich heilig ist !

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    2. Natürlich darf auch Inge Hannemann eine andere Meinung zum Sanktionshungern von Ralph Boes haben. Trotzdem sollte sie lieber mit Ralph Boes kämpfen als gegen ihn.

      Und zu Ihrer Anmerkung:
      Ich wurde vom Jobcenter auch fast zum Tode getrieben. Das Jobcenter hat mich im Stich gelassen und denen war es egal, warum ich nicht der Einladung folgte (Angst, Depression, Alkohol). Dadurch wäre ich fast obdachlos geworden, nur mit Glück kam ich wieder auf die Beine. Hier hätte das Jobcenter auch eine gewisse Fürsorgepflicht gehabt, speziell bei Kranken Menschen.

      Diese Sanktionspraxis tötet.

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  5. Nja, ich würde sagen zum einen ist der Inge Hannemann diese juristische Argumentation von dieser Frau Niessen da dieser SPDlerin zum Kopfmantra geworden: "Ich kann nicht auf Vermutungen und Allgemeinheiten eingehen".
    Tja - und zum anderen hat sogar sie dieses sog. Sanktionshungern nicht wirklich verstanden.
    Das liegt meines Erachtens nach daran dass der Ralph Boes nicht in seiner Behausung oder sonst wo Wochen und Monate lang vor sich hin müffelt - wie jeder "anständige" vollsanktionierte, sondern (mehr oder weniger) munter mit einem Begleittross von Leuten irgendwie weiter rum rennt und Aktionen macht. Immerhin hat er jetzt erst mal gerade etwa sein Idealgewicht erreicht.
    Ralph Boes hat gegenüber eines "normalen" vollsanktionierten den schönen Vorteil, eine - wie ich glaube - ziemlich liebenswürdige hospiziale Begleitung bei sich zu haben.
    Und damit ist (wäre) die letzte Grundfrage für jeden Menschen für ihn auf relativ akzeptable weise bereits geklärt: Wie kommen wir hier wieder raus - aus dieser Welt.

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    1. KEINER KOMMT HIER LEBEND RAUS
      MARCUS

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    2. Na dann sterb mal schön (oder vielleicht auch nicht so schön ?) !

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  6. Lieber Ralph,

    Deine Antwort auf Inge Hannemanns Stellungnahme ist sehr gut. Du legst Deine Standpunkte hervorragend eindringlich argumentativ dar, ohne Frau Hannemann zu beleidigen.
    Bei aller wahrhaftig berechtigten Kritik gegenüber der Hannemann-Position ist eben bitte nicht zu vergessen, was sie bisher geleistet hat - ich mag es nicht, wenn einige sie erst hochgelobt haben, dann fallenlassen, ohne sich zu fragen, was sie selbst eigentlich getan haben gegen diese Hartz IV Verbrechen. Du, Ralph, hast mit Deiner genialen Antwort gleichsam Respekt vor Inge Hannemann ausgedrückt und somit gleichsam ihre Argumente bzw. unberechtigten Bedenken von Gewaltaufforderung und dergleichen entschärft, da Du bei aller Kritik gegenüber ihr eine Bereitschaft zur Zusammenarbeit signalisierst.

    Mitte der 80er Jahre gab es mal einen Song - in der ehemaligen DDR - von "Pension Volkmann", getextet von Werner Karma, der auch viele Texte für die Band "Silly" schrieb, da hieß es :"Extreme Typen werden hier nicht alt, der mittelschwere Durchschnitt macht sie kalt." Ich wünsche Dir, Ralph, und uns, die wir durch Deine Arbeit viel Hoffnung schöpfen konnten, dass Du noch sehr alt wirst und dass der "mittelschwere Durschschnitt" nicht die Oberhand gewinnt!!
    Dazu ist aber auch nötig, dass die, welche den Irrsinn der Hartz IV-Gesetze erkennen, nun zusammenstehen und sich nicht vorwerfen, was irgendwer wieder irgendwie falsch macht. Eine friedliche Revolution in der DDR hätte es nie gegeben, wenn nicht ein jeder auch auf Profilierungswahn verzichtet hätte. Einen solchen dekronstuktiven Profilierungswahn sehe ich derzeit bei denen, die an Deinem Handeln herummäkeln, ohne den Kern Deines Anliegens zu sehen, ich sehe diesen Profilierungswahn auch in dem Schweigen zahlreicher Politiker und auch Wissenschaftler. Warum kommen diese Leute nicht zumindestens Dich mal besuchen an Deinem Tisch?!
    Sprachlos ratlos liebe Grüße

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  7. Inge hat einen gut nachvollziehbaren Text geschrieben, den man nicht nur aus Sicht einer Politikerin (im Gegensatz zu "betroffener Aktivistin") sondern auch aus Sicht einer "unbetroffenen Beobachterin", die sich "von außen" einsetzt, verstehen kann.
    Doch was irritiert, ist die ÜBERSCHRIFT, mit der sie Ralph reinzieht und man sich die ganze Zeit fragt: was bitte hat der Text mit Ralph zu tun? Wer Ralphs Aktionen kennt, wird die Vorwürfe da nicht finden - sondern eher dass Ralph da auf ihrer Seite steht...
    Ich erkläre mir das - ohne a priori böse Absicht zu unterstellen - so: Inge ist durch Ralphs Thema "angetriggert" ihre Kaskade von Gedanken auszusprechen und löst sich komplett von Ralph im Text. Sie hat Ralph auch gar nicht genauer jetzt beobachtet, sondern wegen seiner "unberührbarkeit" als EIGENWILLIGER, echt emanzipierter nicht um Würde bettelnder Mensch, Abstand genommen. Sie ist ja jetzt "weiter oben" - nicht aus selsbtüberhöhung, sondern durch die pyramidal veranlagte "Verantwortungsstruktur" (wir haben die Pyramide aus der "Herrschaft" einfach in den Bereich der "Verantwortlichkeit" übertragen).
    Somit kommt es schnell zu solchen Fehlshclüssen und Sätzen, die man SO bestimmt nicht sagen wollte. Vielleicht - vielleicht nur - war es aber auch PR-Beratung, sich auf diese Weise INDIREKT von Ralph zu distanzieren - ihm also etwas anzulasten, ohne dass man es direkt ausspricht (sie hält sich so alles offen: sie sagt nicht, Ralph ist Gewaltspiralenauslöser, nur der unbefangene Leser, der "links" als Deutungshoheit sieht, wird vermutlich erstmal es so verstehen... wenn es aber eine großes Linkes "Ralph Boes ist tot, Ralph Boes lebe hoch" geben sollte (Gott bewahre, ich hoffe Ralph überlebt!), dann kann man sehr schnell das bewusst unterlassene "klarstellen": Wir waren immer auf Ralphs seite - fandne nur scheiße, dass er so weit geht... hätte er doch die Gutscheine genommen um lang genug zu überleben....")... auch wenn Ralph "gewinnt" kann man das immernoch nachträglich "abändern" und als "linken Erfolg" darstellen - wo ein dem Hungertod naher vielleicht kurzfristig was "falsch verstanden hat" - es ist eindeutig BILDERBERGERTAKTIK* in Rhetorik und Inhalt... und ich habe Inge damals bei den KREUZAKTIONEN selsbt dazu geraten, sich notfalls abzugrenzen, wenn sie "im Lichte der Kritiker" nicht "verbrennen" will - ich hoffe, in ihrem HERZEN sieht es anders aus...
    *nach außen streiten, im Herzen vertragen - um der Sache Tiefe und Aufmerksamkeit zu verleihen...

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  8. Ein paar "prominente leute" aus der oppositionsszene in Deutschland können sich ruhig mal bei Ralph am Brandenburger Tor sehen lassen.

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    1. Aber genau !
      Diese Menschenrechtsparteien da (gibts die eigentlich überhaupt ?) !

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  9. Auch wenn, was löblich ist, Christel T., womöglich mehr als nur nach außen hin, Ralphs Sache unterstützt und Inge Hannemann womöglich noch zu einem letzten Rest, ist es einfach nicht wahr, dass Frau Hannemanns Kritik "differenziert und sachlich" sei, wie Christel T. befindet.
    Auch diese Dame geht gar nicht explizit auf das ein, was sich aus Ralphs bisherigem Umgang mit dem Jobcenter, insbesondere seinem veröffentlichten Briefwechsel, schon erhellt.
    Er sieht eben nicht nur die "Schuld" bei den Jobcenter-Mitarbeitern - ist sogar noch gar nicht so weit, eine endgültige Schuld festzustellen, sondern hält diesen den Ausgang "offen", indem er ihnen die eine Hand reicht. Sehr viel entschiedener jedoch nimmt er die Politiker aufs Korn. Zudem ist er sich nicht zu schade, bisweilen immer wieder einzugestehen, wie viel er damit von den JC-Angestellten verlangt!
    All dies und vieles mehr kann man aus seinem bisherigen, gut dokumentierten, Schriftwechsel herauslesen, mit dem etwas eingehender sich zu befassen gerade er doch wohl gegenüber den Freunden und Freundinnen der Kritik verdient hat!
    Sonst sind Inge Hannemann und Co (deren übrige Verdienste damit nicht geschmälert sein sollen) mit solcher Befindlichkeitskritik im Kampf gegen die Staatsgesetze äusserst schlecht beraten, wenn sie es überall sonst schon sind!

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  10. Wow. Da fetzt sich Gandhi mit Giordano Bruno. Da werden zwischenmenschliche Enttäuschungen öffentlich verhandelt. Wer hat wen eigentlich zuerst unterstützt? Das Monopol des Widerstandes gehört eigentlich wem?
    Ich hatte mal Ralph in einem Kommentar darauf aufmerksam gemacht, dass er meine Ideen von einer Verfassungsbeschwerde nicht beachten würde. Da hab´ich aber einen Rüffel bekommen, mit der Bemerkung, dass er es "absolut unangebracht" finden würde, persönliches in der Öffentlichkeit zu verhandeln (Kurzform)-- Bei der lieben "Inge", die offensichtlich größere Enttäuschung hervorzurufen in der Lage ist, da wird "Öffentlich" verhandelt. Dabei ist das Ziel der Sanktionsabschaffung klar definiert. Frau Inge will Ihren Widerstand Systemkonform gestalten, derweil Ralph das Grundgesetz als Aufforderung zum Widerstand ansieht. Es sind zwei Seiten der gleichen Medaille, die sich um den Blick auf die andere Seite streiten. Warum? Weil Beide gefangen sind in der Vergangenheit und sich nicht eingestehen wollen, dass die jeweiligen Erfolge nicht greifen.
    Inge hat sich für innerpolitischen Protest entschieden, derweil Ralph sich für politischen Ungehorsam entschieden hat, nachdem er eigentlich den gleichen wie Inge gehen wollte.
    Stellvertreterprotest kann nicht schöner ausgelebt werden.
    Während Inge ihr Pulver verschossen hat, hat Ralph, wenn er nur will, noch Pfeile im Köcher.
    hierzu gehört, und ich habe darauf hingewiesen, eine Beschwerde vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, wozu ich Ihm auch das erforderliche Antragsformular übersandte.
    Leider ist Ralph so beschäftigt mit Antworten auf Scheintote, dass eine Fortführung des Widerstandes mit realistischen Möglichkeiten im Nirvana zu verenden droht, anstatt dass das "Samsara" gewinnt.

    Liebe Grüße Marcus

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    1. @Marcus

      Du willst damit also sagen, er lässt sich zu sehr von anderen und von überflüssigen (von außen aufgezwungenen) aussagen anderer (die den Arsch sowieso im Trockenen haben), ablenken und verliert den Blick für das wesentliche.
      Allerdings geb ich zu bedenken, Du weißt ja nicht, was er im Hintergrund arbeitet.

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    2. Das stimmt .
      Danke Andi.
      Die PFEILE im Köcher trägt nur jeder selbst auf dem Rücken.
      Ich will nur vor der Gleichgültigkeit der Menschen warnen, die jeden befällt, der dauerhaft im Hintergrund vor grandioser Kulisse arbeitet.
      Genau die Hintergrundarbeit ist leider das Problem, das ich für die dort arbeitenden bedauere.
      Ich sah vor ca. 10 Jahren eine Frau am Rolator gehen, die etwa 75 war, und die sagte : Die RAF wäre gegen hartz iv genauso eingestanden wie das eben die nicht mehr täten, die eigentlich noch jünger sind.
      Sorry
      ist mir gerade eingefallen.
      Marcus


      Ich

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    3. Nun ja, was das Beispiel von der RAF an dieser Stelle soll, ist mir einigermaßen schleierhaft. Die RAF setzte sich zusammen aus einer beträchtlichen Zahl zweifelhaftester Individuen, die gegen aber auch alles rebelliert hatten bzw. hätten, nur um gegen alles zu sein, unter Einsatz aller erdenklichen Mittel der (Waffen)Gewalt. Unterm Strich war dies eine prä-konventionelle Bewegung, die selbst dem unschuldigen Normalbürger den Angstschweiß entpreßt hat; bei jedem Spaziergang mußte man um Leib und Leben fürchten!
      Solche Missionare haben sich tatsächlich weitaus weniger an die strenge Sachlichkeit gehalten als Ralph Boes, hier träfe die Kritik den Kern. Und auch den Vergleich mit Napoleon würden sie anders als dieser ganz passabel aushalten!
      Die 75 Jahre der über dem Zitat angeführten Frau und ihr Rolator geben dem da inhaltlich auch nicht mehr Gewicht!
      Gleichgültigkeit hin oder her; aber sich wie ein Wilder gebärden kann jedes Kind! Eher stellt sich doch die Frage: WOFÜR brennt jemand (der immer irgendeine Leidenschaft besitzt)? Und welche Opfer zu bringen ist er dafür bereit, mittels was?

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    4. Mögen Sie keine wilden Kinder; lieber Anonym?
      Mögen Sie lieber konventionelle KRIEGE als post-konventionelle Bewegungen?
      Welcher "Normalbürger" ist unschuldig und hatte Angstschweiß vor Ulrike Meinhof, als diese in aller Sachlichkeit die Missstände in deutschen Jugendheimen thematisierte (Bambule, 1970). Der "unschuldige Normalbürger" hat sich für die massenhaften Vergewaltigungen und Grundgesetzverstöße nie interessiert. Wofür glauben Sie hat diese Frau gebrannt, bevor Sie ihre Disziplin aufgab.
      Was verstehen Sie in diesem Zusammenhang unter "strenger Sachlichkeit"?
      Bei jedem Sparziergang hatte ganz sicher niemand damals um Leib und Leben fürchten müssen, es sei denn, man lebte in Vietnam oder eben unter der Knute des deutschen Disziplinierungsstaates.
      WOFÜR brennt jemand? Diese Frage hat Jan Palach 1969 in Prag hinreichend beantwortet - meinen Sie nicht ? Die Gleichgültigkeit hin oder her, die Sie unter der Masse nicht zu sehen vermögen, fordert und fördert viele Formen des Widerstandes, die alle ihre Berechtigungen haben.
      Ein Wort noch zu dem Ego von Napoleon und den Vergleich mit Preußen: es waren die Preußen mit Österreich, die die Französische Revolution mit Krieg überzogen, bevor Napoleon die Errungenschaften mit Waffengewalt verteidigte. Also noch so ein Missionar, der sich nicht an die strenge Sachlichkeit gehalten hat.

      Was schließlich gesagt werden wollte mit den PFEILEN im Köcher ist, dass der Widerstand in dem Moment Gewalt darstellen muss, wo er stattfindet, ob passiv oder aktiv.
      Ralph übt genauso Gewalt aus (gegen sich) wie die RAF (gegen andere), nur eben ohne das der Bürger Angst haben muss.

      Die "Wilden" ? Wer sind "Die" eigentlich" ?

      Liebe Grüße
      Marcus





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    5. @Anonym10. August 2015 um 20:59
      Eigentlich hat das System an sich die RAF erschaffen, so wie es in dem Weltweiten Unterdrückungs und Faschismnus System (nennen wir es: Kapitalismus) IMMER sogenannten Terrorismus, Unruhe und Aufstände geben wird.
      Die RAF waren auch nur verzweifelte Menschen, die davon überzeugt waren, durch ihre Taten eine änderung herbei zuführen, also das "richtige" zu tun.
      Sie waren, ebenso wie die sogenannten Terroristen Weltweit, selber Opfer.
      Dazu noch im Hintergrund vom Verfassungsschutz gelenkt.
      Solange das System weltweit so ist, wie es ist, wird so etwas auch nie aufhören....davon mal abgesehen, passt es auch wirklich nicht hierher.

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    6. Lieber Marcus und lieber Anonym!
      Meine Antwort in verkehrter Reihenfolge:
      Zunächst einmal: Um den Krieg in seiner koventionellen Form zu führen braucht es stets prä-koventionelle Bewusstseinselemente; es geht gar nicht ohne. Mögen die äußeren Veranlassungen dazu auch schändlich und ablehnswürdig in höchstem Grade sein, so ist an dem, die niederen Triebe ansprechenden, herkömmlichen Kriegstreiben wenig Edles - ganz im Gegensatz zu dem Widerstand Gandhis.
      Deshalb sei es hier ausdrücklich gesagt: Die Taten von Ulrike Meinhof und (wenigen) anderen kann ich zwar nachvollziehen (sogar recht gut) - ich würde sie jedoch niemals gutheißen oder gar stützen, angesichts desjenigen, was von der GRUPPIERUNG ausgegangen war, so unverdorben auch die ursprünglichen Motive einiger ihrer Mitglieder gewesen sein mochten. Sicher hatte auch irgendwann alles eine gewisse Gruppendynamik angenommen, das will ich gar nicht bestreiten.
      Anders als Ihre Behauptungen suggerieren, Marcus, war der Normalbürger sehr wohl in beständiger Gefahr. Wenn plötzlich neben einem Vorbeigehenden ein Auto explodierte, konnte man das mitbekommen, und die Explosion und der Brand scherten sich so wenig wie die RAF darum, ob man politisch involviert oder Parteigänger war oder nicht. Nicht nur mein Vater weiß dergleichen aus Augenzeugenerfahrung zu berichten, der in solchen Dingen sehr wenig zu übertreiben neigt. Dass die RAF dahintersteckte, konnte zweifelsfrei nachgewiesen werden. Wenn jemand mit schwerem Kaliber ausgerüstet ist, hemmt allein das die allgemeine Moral, mag er ursprünglich auch bestimmte Personkreise ins Blickfeld genommen haben. Und auch sonst: Niemand kann einen Krieg mit Feuer und Schwert führen und dabei gleichzeitig eine Garantie für Unschuldige übernehmen. Das ist so klar wie die offene Hand!
      WOFÜR steht jemand leidenschaftlich ein? Auch tausend Jan Palachs können einem eine Frage nicht beantworten, die jedermann in jedem Moment an sich selber herantragen muß.
      Und was die "wilden Kinder" angeht und ob ich sie mag: Zeitweise, mit Unterschieden. Aber eine kindische Wildheit - und nicht: wilde Kindheit - bei einem sonst nicht weiter entwickelten Erwachsenen bin ich so frei, rundum abzulehnen.

      Und an Anonym: Das System hat sicherlich die RAF miterschaffen, aber eben nicht nur: einige Mitglieder der RAF hatten auch Einfluß auf das System, bevor sie in der Vereinigung eingestiegen sind. Und von gewissen Strukturen auch mitprofitiert. Also, so einfach ist die Sache nicht. Man kann die Verantwortung nicht so einfach von sich abschieben. Zumindest in unseren Breitengraden ist niemand NUR Opfer.

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    7. Und wenn ich das noch nachschieben darf, lieber Marcus: Personen wie Jan Palach könnten auch eine schwere (auch angeborene, nicht von aussenher verschuldete) psychische Störung aufweisen, ohne dass Klarheit des Verstandes, Orientierungsvermögen usw. in Mitleidenschaft gezogen worden sind. Sie verbrennen sich öffentlich, indem sie dasjenige für eine Heldentat ausgeben, was sonst unweigerlich in stiller Bedeutungslosigkeit geschehen wäre.
      Was ich damit sagen will: Das muss und wird im Falle Palachs nicht so gewesen sein - jedoch sagen die Taten und manchenfalls vorgeschobenen Motive noch lange nichts über die wahren Absichten (die auch Zwänge sein könnten) etwas aus!
      Deshalb noch einmal: Nur wir selbst können, wenn überhaupt, uns ganz ohne Zweifel die Frage beantworten, wofür - und weshalb wir für etwas einstehen oder nicht.

      Grüsse zurück!

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    8. Meinen Sie, lieber Anonym, damit, dass "Personen" wie Ralph eine "schwere psychische Störung" aufweisen?
      Was waren denn die "wahren" Absichten von Jan Palach, den Sie hier unter aller Würde als Geisteskrank abhandeln wollen. Welchem Anschlag der RAF hat Ihr Vater beigewohnt. Welche Augenzeugenberichte ? Welche Zwänge hatte Jan Palach, ausser dem der Verhinderung des Freiheitsentzuges durch russische Panzer, nachdem der Prager Frühling kaputtgemacht wurde von wilden Kindern mit Waffenbesitz - sogar Atomwaffenbesitz.
      Wenn Sie sich einer WAFFE gegenübersehen würden, die Sie bedroht in Ihrer geistigen und körperlichen Existenz, und wenn diese Waffe Ihre Existenz nicht durch direkten Mord bedroht, sondern durch perfide Auslegungen der demokratisch geförderten Grundregeln, würden Sie dann den Widerstand denen überlassen wollen, die weiter entwickelten "Erwachsenen" in ihrem Sinn entsprechen? Und wer sollte das sein? Sie?
      Liebe Grüße zurück
      Marcus



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    9. Ich möchte weder Ralph Boes noch Jan Palach als geisteskrank abstempeln. Das schieben Sie mir einfach mal nebenbei so unter. In meinem Vortext habe ich geschrieben: .."Das (Geisteskrankheit) muss und WIRD im Falle Palachs nicht so gewesen sein." (Hinzuzufügen bleibt mir: auch höchstwahrscheinlich und schon gar nicht beweisbar bei Ralph Boes). Zitat Ende. Bitte richtig lesen!
      Die Tatsache, dass man staatlicherseits sehr bequemerweise einen Jan Palach mit dem Status eines Geisteskranken beehren wollte, um somit sich von äusseren wie inneren Konflikten zu entlasten, führt eben nicht zu dem einzig möglichen Schluß, solche Überlegungen seien grundsätzlich haltlos und sträflich - wenn wir etwas an der Wahrheit bleiben wollen. Mißbräuchlich in die eigenen Zwecke einspannen läßt sich so gut wie alles.
      Zu ihrer Frage: "Wenn Sie sich einer Waffe gegenübersehen würden..." Ja, ich würde Widerstand leisten - doch könnte mich dessen nicht in jedem Falle auch rühmen; nicht in jeder Art. Mancherlei Not-wendigkeiten haftet eben auch ein übler Geschmack an, der sich nicht kurzerhand mal eben beiseite wischen läßt. Zwischen Schwarz und Weiß beinhaltet die Welt glücklicherweise mannigfache Mitteltöne.
      Erkennen Sie, Marcus, nicht das Widersinnige ihrer eigenen Logik? Sie schrieben: "Welcher Normalbürger ist unschuldig?" Wenn also jedes "normale" Mitglied der Gesellschaft nicht ganz unschuldig war (was ich im Übrigen gar nicht bestreite), dann waren es auch keine RAF-Getreuen zur Gänze (die auch mal ein Vor-Leben geführt hatten).
      In der Gesellschaft befanden sich auch Schwangere, Knirpse, Greise, Behinderte - zusammengenommen also eine beträchtlicher Haufen weniger Verantwortlicher. Und wenn keine einziger Fall von - z.B. - durch ein Schießgefecht erlittenem Schaden dieser durch die RAF überliefert ist, wurde das doch zumindest mittelbar in Kauf genommen. Von dieser Kritik werde ich nicht abrücken; dazu bin ich nicht genug Romantiker.
      Wissen Sie, Marcus, es stimmt mich traurig, wie ein sonst offensichtlich intelligenter Mensch wie Sie sich die Dinge so zurechtbiegen muß!
      Wie auch immer, das ging nicht gegen Sie, sondern Ihre Argumentation.

      Liebe Grüsse!

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    10. Danke für Ihren Kommentar.

      Ich habe sehr genau gelesen und offensichtlich doch falsch, was mir Leid tut.
      Ich wollte Sie nicht traurig stimmen, und mir auch die Dinge nicht zurechtbiegen. Ich habe auch nicht eine in Sich schlüssige Logik aufstellen wollen - oder wie Sie schreiben : Widersinnige. Ich bin ganz auf Ihrer Seite, wenn Sie die Auswüchse der RAF für einen verbrecherischen Akt halten. Deshalb hatte ich geschrieben, als es um die gegenüberstehende Waffe ging, "... die Sie bedroht in Ihrer geistigen und körperlichen Existenz, und wenn diese Waffe Ihre Existenz nicht durch direkten Mord bedroht, sondern durch perfide Auslegungen der demokratisch geförderten Grundregeln, würden Sie dann den Widerstand denen überlassen wollen, die weiter entwickelten "Erwachsenen" in ihrem Sinn entsprechen? Und wer sollte das sein?..."
      Mir ging es also um den demokratisch legitimierten Mord, der durch den Entzug von Geld durch Sanktionen bei Nichtbefolgung der Neoliberalen Vorstellungen von einer auf "Fördern und Fordern" gestützten und unverständlichen Politik begangen wird -- massenhaft - und ich habe den Protest dagegen nur in Zusammenhang mit den Protesten gebracht, die gegen den Vietnamkrieg oder Koreakrieg oder gegen staatlich geförderten Mord durch die Kolonialisierung friedlich versucht haben das Morden zu stoppen, durch den Verzicht auf Gewalt - mit Selbstverbrennung (Jan Pallach) oder Hungerstreik? (S.Biko) - der in Wirklichkeit zu Tode geprügelt wurde.
      Meine Aussagen sind genauso wenig zurechtgebogen wie Ihre.
      Lassen Sie uns also lächelnd erkennen, dass Beide von uns voneinander lernen können, anstatt uns fundamentalistische Argumentationen um die Ohren zu werfen.
      Ganz Herzliche Grüße
      mARCUS

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  11. Hermeling Klaus-Dieter4. August 2015 um 07:16

    Ralph, ich wünsche Dir genau die Kraft, die Du brauchst, in jedem Moment und in den Momenten, wo es schwer wird. Wenn viele in dieser Weise bei dir sind, wird es Dir Mut geben.
    Du tust es für uns. Alles Abstrakte Deiner Wort und Handlungen wird immer konkreter, mehr die Zeit voranschreitet.

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  12. Was macht Ralph Boes anderes, als sich auf unser Grundgesetz zu berufen?
    Artikel 20:
    (3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.

    (4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

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  13. Ich möchte mich dem Kommentar von Hermeling Klaus-Dieter4 in vollster Weise anschließen, Ralph halte durch!

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  14. Hallo,

    ich möchte auch noch ein Wort hinzufügen!

    Die Inge schreibt in ihrem Brief, dass der Weg, den Ralph geht, der "falsche, politische Weg" ist. Die Frage ist doch, gibt es überhaupt einen "richtigen, politischen Weg"?

    Hier reicht wohl ein Blick in die Vergangenheit zu werfen und deswegen erübrigt sich der Brief von Inge für mich.

    @ Marcus

    Du solltest daran denken, dass Ralph seit über 30 Tagen im Jobcenter-Zwangsverhungern-Programm ist und eine geistige Leistung, wie sie im Vollbesitz seiner Kräfte sein sollte, nicht da sein kann. Das geht nicht. Dennoch scheint es nicht verkehrt, der Inge mal öffentlich auf die krummen Finger zu klopfen, auch wenn es eher privat sein sollte.

    Immer weiter Ralph, bleib gesund und uns erhalten.

    Gruß
    Jürgen

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    1. @Jürgen
      Der "richtige, politische Weg", damit meint Fr Hannemann, die Linke zu wählen.
      Sie geht davon aus, das die Mehrzahl irgendwann mal die Linke wählt und diese das dann richten wird.
      Wir wissen aber: Die Mehrzahl wird nicht die Linke wählen...es sei denn in 100 vielleicht, wenn Ralph Glück hat lebt er da noch...ich bezweifle das allerdings.
      Fr Hannemann hat aber in der Zwischenzeit (in 100 Jahren) ein lockeres Leben hinter sich, sie hat in der Zwischenzeit viel gepredigt, vom "richtigen politischen Weg".
      Ich meine immer noch die Linke ist zwar wichtig, aber auf Parteien (politische Wege) sollte man sich nicht sehr verlassen...dann kann man auch zu einem Gott beten.

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  15. Na Bravo! Das ist doch genau das, was die Hartz-IV-Befürworter gerne hätten: Dass ihr euch gegenseitig zerfleischt! Wobei ich annehme, dass die Herren Politiker in Berlin noch nicht einmal wissen, was Inge und Ralph bisher gemacht haben. Oder es nicht wissen wollen!

    Ich kann nur den Kommentar weiter oben unterstreichen: Nicht GEGENEINANDER, sondern MITEINANDER kämpfen!

    Gruß Peter

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  16. Als Bezirkspolitiker unterstützte Frau Hannemann die Träger von Ein-Euro-Jobs
    und forderte den Erhalt von Ein Euro Jobs:
    ‘Ein-Euro-Jobs’ sollen weiter unterstützt werden – BV-Debatte um Beschäftigung
    http://www.altona.info/2014/11/08/ein-euro-jobs-sollen-weiter-unstuetzt-werden-bv-debatte-um-beschaeftigung/
    Bei You Tube ist die Rede von Frau Hannemann unter der Überschrift, „Debatte Ein-Euro-Jobs, Koala & Co.“ zu finden.
    Des Weiteren beantwortet Frau Hannemann kritische Fragen nicht:
    https://www.abgeordnetenwatch.de/profile/inge-hannemann
    Jetzt in der Bürgerschaft stellt Sie hauptsächlich Anfragen im Interesse der Jobcentermitarbeiter.

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Liebe Schreiberin, lieber Schreiber - ich freue mich über ihre Kommentare und veröffentliche sie so schnell wie möglich. Ich bitte allerdings, sich strikt ans Thema des Posts zu halten. Für die Bezugnahme wäre es sehr schön, die Kommentare würden mit NAMEN (oder Kürzel) versehen werden. MfG, Ralph Boes