Dienstag, 15. November 2011

Fordern und Fördern ... :-)

Ich denke mir das folgendermaßen:
Meine Gegenwehr (s. 10.11.2011) gegen die schwerwiegenden Nötigungen und Androhungen von Unannehmlichkeiten bis hin zur Vernichtung unserer bürgerlichen Existenz, die vom Amt auf uns alle ausgehen, stellt meines Erachtens nun nicht umgekehrt eine "Sanktion" dar, diesmal nur gegen die Mitarbeiter des Jobcenters gewendet, wie das von einer Seite her bedauernd empfunden wurde,
sondern es handelt sich
- um eine "Fördermaßnahme",
- um eine Maßnahe zur Förderung des Jobcenters,
- zur Förderung seiner Eingliederung in den Rahmen der Verfassung und des Grundgesetzes.
Eingliederung ja - aber diesmal richtig.
Ich bin sicher, dass, wenn die erste Klage im Rennen ist, sich die Mitarbeiter der Jobcenter unglaublich schnell besinnen werden, weil sie sich jetzt selbst bedroht empfinden, und dass unglaublich schnell das System im Sinne des Grundgesetztes umgestaltet wird.
Es wäre toll, die Argumentation der Gegenwehr so weit auszufeilen, dass Massenklagen gegen die Jobcenter möglich werden.
Mit herzlichem Gruß,
Ralph Boes

Kommentare:

  1. Lieber Ralph,

    Zum Thema Eingliederungsvereinbarung:

    Eingliederung, in was? In Arbeit, die endgültig aus Hartz IV hinaus führt, in Arbeit die es so für ältere Arbeitnehmer kaum noch gibt?

    Eingliedern bedeutet doch, dass man ausgegliedert ist. Bist Du ausgegliedert? Du als Beispiel sagst, dass Du Sinn-Arbeit,60 Std . die Woche leistest, und dass der Mensch auch ohne Erwerbstätigkeit existenzberechtigt ist.
    Ob man sich nur über seine Arbeitslosigkeit definieren will, das entscheidet jeder für sich. Hier ist der Selbstwert gefragt.

    Dass ich den täglichen Anforderungen, die das Leben an mich stellt, nachkomme, dass gilt für jeden, ob mit oder ohne Arbeit und es braucht
    nicht schriftlich dokumentiert zu werden.

    Auf zum bedingungslosen Grundeinkommen und die komplette Eliminierung der EGV!

    Einen lieben Gruß

    Schwester im Geiste

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  2. Jawohl´- lach. Und ich bin gespannt, wie jetzt das Jobcenter reagiert.

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  3. TOLL -
    Und spannender als jeder Krimi!

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  4. @ Anonym: Bleibt nur zu hoffen, dass es am Ende nicht grausamer wird, als bei Steven King ;-)

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  5. Ich verfolge diese ganze Sache mit Ihnen und dem JC jetzt auch schon einige Zeit und muss sagen Ich ziehe den Hut vor Ihnen. Machen Sie weiter so und lassen Sie sich nicht unterkriegen. Ich bin stolz auf Sie ;-)

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  6. Jobcenter unterliegt vor Sozialgericht Gießen

    http://www.lauterbacher-anzeiger.de/lokales/aus-der-nachbarschaft/wetteraukreis/11477080.htm

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  7. Ich habe kein allgemeines Diskussionsforum gefunden, daher hier an dieser Stelle mein Kommentar zu der ganzen Aktion.

    Im Grunde genommen schließe ich mich meinen Vorrednern an und ziehe meinen Hut vor Ihnen, Herr Boes, wegen des Mutes, wegen der Absicht, Dinge ändern zu wollen, wegen des Selbstbewusstseins, sich nicht mit Umständen abzugeben und wegen der Fachkenntnis über alle dafür notwendigen Bereiche, Gesetze usw.

    ABER:
    Ich glaube, Sie verlangen da etwas vom Staat, das dieser (Staat = wir alle in Summe) gar nicht erfüllen KANN.
    Es fehlen Mittel für Versorgung, es fehlt vor allem an Arbeit.

    Mein Hinweis wäre, wenn Sie selbstbestimmte Arbeit einfordern: Dann TUN Sie doch einfach diese selbstbestimmte Arbeit, die Sie sich selbst aussuchen.
    Das wird aber aus dem im Brief genannten Gründen entweder nicht möglich sein, oder Sie nehmen damit anderen eben diese sinnvolle Arbeit weg (i.e. machen die Arbeit, im positiven Sinne.)

    Und wer sich an den Staat (als Versorger/Übervater) wendet, macht damit wesentliche Fehler, wie hier z.T. auch schon geschrieben wurde:
    a) Er definiert sich über diese gewisse Abhängigkeit vom Staat im Sinne der Selbstbewusstseinsthematik.
    b) Er verkennt, dass wir alle dieser Staat SIND. Wir alle zusammen sind das Fundament dessen, von dem wir da etwas fordern. Das ergibt wenig Sinn, etwas indirekt von sich selbst zu fordern.
    c) "Problem ist, dass nicht die Arbeitslosen sondern die gewandelten Produktionsbedingungen die vornehmliche Ursache heutiger Arbeitslosigkeit sind!"
    Mal angenommen, das stimmt - was verlangen Sie/wir dann vom Staat?

    "Es wird darum gehen, ob der Mensch in Deutschland ein bedingungsloses Existenzrecht hat, oder ob er sich ein menschenwürdiges Leben erst verdienen ... muss"
    sowie: "ob der Staat bestimmen darf, was Sinn im Leben eines einzelnen Bürgers macht"

    Das ist meiner Meinung nach der wahre, innere Kern Ihres Briefes.
    Sie stoßen (zusammen mit anderen) eine Diskussion über genau diese Dinge an. Und diese Diskussion, dieses Umdenken in jedem Einzelnen ist absolut notwendig.
    Nicht das Fordern von einem Staat, der wir eigentlich selber sind, ergibt einen Sinn.
    Sondern das Ändern von allem möglichen in uns selber ergibt einen Sinn.
    Abhängigkeiten vom Konsum, Vergleichen (mehr Einkommen als xyz), Nächstenliebe (und damit Selbstliebe), Massenbewusstsein usw. sind Dinge, die sich in jedem Einzelnen ändern dürfen/müssen.

    Es geht um die Änderung des Bewusstseins auf allen Ebenen.
    Wer IST dieser Staat und wer BIN ich selber?

    "Das Einfallstor zur nächsten Bewusstseinsebene ist die Erfahrung,
    dass wenn ich mich verändere, sich mein Gegenüber auch verändert."

    Meiner Meinung nach muss es nur und ausschließlich um diese Dinge in jedem selbst gehen.
    Dazu aber kann ich einen anderen Menschen nicht von außen überzeugen, sondern diese Erkenntnis muss aus jedem selbst heraus kommen, wir können nur einladen, inspirieren und ermutigen.
    Der Wandel muss zunächst in jedem selbst stattfinden, damit ein Wandel stattfinden kann - das ist das Paradox.
    Und diese Erkenntnis fördern Sie mit Ihrem Brief, weil mit Fordern vom Staat die Diskussion über unser System und was wir tun können usw. ja erst anfängt.

    Dazu beglückwünsche ich Sie und alle, die sich Ihnen anschließen.
    Klar wird, dass irgendeine Art von Revolution/Wandel notwendig ist. Klar ist nur noch nicht, wann und auf welche Weise dieser Wandel sich vollziehen wird.
    Klar wird hoffentlich, dass dieser Wandel in jedem selber beginnen muss.
    Und Sie fördern diesen Bewusstseinswandel.
    Das find ich total klasse!

    Ich wünsche uns und der Welt Alles Gute dabei!
    Marco Schoeling

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  8. Manni vom Rhein ;-)29. Februar 2012 um 13:20

    Hallo Ralph,

    Wie geht Deine Geschichte denn nun weiter?

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  9. Es ist schwer in Abeit zu kommen vorallem wenn man Alleinerziehend ist. Man wird gezwungen seine Kinder fremd unter zu bekommen. Ich alls Alleinerziehende Mutter mit 3Kindern im alter von 6,9,11jahren. Mein Fallmanager will mich auf Täufel kommraus irgendgwo unterbringen. Ob kurse, Schule oder sonnstige schwachsinnigen Massnahmen.
    Es wird mit sanktionen gedroht. Obwohl er weiss das Ferien sind und ich keinerlei betreuungs möglichkeiten habe schickt er mir Stellen zu die ich gleich annehmen soll.
    Am 12.04.12 soll ich eine neue Eingliederung unterschreibe, aber diesmal werd ich mich wehren und kämpfen.
    Danke Ralph den jetzt hab ich den mut.

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  10. Mußte heute auch einer Vorladung Folge leisten, daher mal eine Überlegung. In der "Rechtsbelehrung heißt es : "...wird das Ihnen zustehende Arbeitslosengeld II ....gekürzt"
    Das Geld steht mir also zu und dies wird hier ganz klar zugegeben.
    Wie nennt man das noch gleich, wenn einem etwas verweigert wird, obwohl es einem zusteht?
    Betrug?
    Unterschlagung?

    Werden hier also krimminelle Handlungen per Gesetz legalisiert, oder wie soll ich das verstehen?
    Auf jeden Fall finde ich die Arbeit von Dir, lieber Ralph, einfach genial. Danke dafür, ich nutze Deine Anregungen sehr oft. Ich hatte selber schon angefangen zusammen zu tragen, gegen welche Grundrechte das SGBII verstößt. Du hast mir einen Haufen Arbeit abgenommen und die Dinge viel besser auf den Punkt gebracht, als ich es könnte.

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  11. Hallo Liebe Mitstreiter - ich bin derzeit in Rechtsberatung und auf dem Weg gegen EGV's und Willkür der Jobcenter, weil ich hier nicht zuletzt die "Aufhebung" meiner Grundrechte aus dem Grundgesetz verletzt sehe.
    Sinnlose Maßnahmen sind ja nun wirklich keine Ausnahme mehr und bedürfen deswegen einer Neuregelung.
    ALG2 Empfänger werden durch die Willkür der Jobcenter zu Zwangsarbeit gezwungen oder gar als "kostenlose" Verleiharbeiter in Praktika gesteckt.
    Ein solcher Umgang mit Bürgern die als Arbeitnehmer oder Selbstständige zuvor Jahrzehntelang in die Sozialkassen eingezahlt haben ist ein unglaublicher Akt der Menschenverachtung und meiner Meinung nach keinerlei DISKUSSION wert.
    Ich werde GEGEN jede Sanktionierung und Maßnahmenregelung vorgehen, da ich keineswegs einsehen kann, dass ich mein Recht auf ein Existenzerhaltendes Grundsicherndes Einkommen verlieren soll, nur weil IRGEND EIN Sachbearbeiter oder Fallmanager über meine PERSON und meine Anliegen aburteilt.

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Liebe Schreiberin, lieber Schreiber - ich freue mich über ihre Kommentare und veröffentliche sie so schnell wie möglich. Ich bitte allerdings, sich strikt ans Thema des Posts zu halten. Für die Bezugnahme wäre es sehr schön, die Kommentare würden mit NAMEN (oder Kürzel) versehen werden. MfG, Ralph Boes