Samstag, 25. Juni 2016

Wie es mir geht - Juni 2016

Weil jetzt vielfach die Frage an mich herangekommen ist, wie ich jetzt lebe und wie es kommt, dass ich gerade nicht sanktioniert bin, habe ich dazu ein kleines Filmchen gemacht:
 

Ich hoffe, die Frage so beantworten zu können,
euer Ralph


(P.s.: Da es bei einigen Betrachtern Schwierigkeiten mit dem Ton des Filmes gab, habe ich ihn neu veröffentlicht.)

Freitag, 24. Juni 2016

Dämpfer für "Europa"

Das kalte, radikal antisoziale und antidemokratische Europa, das Europa, das gegen seine eigenen Ideale steht, in dem
- die Freiheit des Geistes/der Persönlichkeit durch die Freiheit der Geld- und Konzernmächte,
- die Gleichheit vor dem Recht durch Unterdrückung und Gleichschaltung der Völker
- und die Brüderlichkeit im Sozialen durch das ungestrafte Mauscheln der Mächtigen zu ihrem eigenen Vorteil
ersetzt ist, das die elementarsten Rechte der Menschen und Völker auf Selbstachtung und Mitbestimmung nicht kennt, das Griechenland ausgelöscht hat und überall Hass und Verachtung gebiert, dieses Europa, für das kein einziges gutes Wort in meiner Seele lebt und das jetzt anhebt, den dritten Weltkrieg zu loszubrechen –
dieses Europa hat einen berechtigten Dämpfer erhalten:
 
 
 
 

Donnerstag, 23. Juni 2016

Gedanken zur Einführung des BGE - Video

22.06.2016:
 
Video:
 
 
- Ist das bedingungslose Grundeinkommen finanzierbar? 
 
- Wenn jeder Geld hat, einfach so, geht dann noch jemand arbeiten?  
 
 
 
 
 
 

Donnerstag, 2. Juni 2016

Bundesverfassungsgericht lehnt Richtervorlage ab


Ziel noch nicht erreicht: 
 
Bundesverfassungsgericht lehnt die vom SG Gotha eingereichte Richtervorlage zur Überprüfung der Sanktionen in Hartz IV
als unzulässig ab
 
 
 
 - Pressemitteilung des Bundesverfassungsgerichtes >> 
 - Das Urteil im Wortlaut >> 
 - N-TV berichtet >> 

 
Aus der Pressemitteilung: 

"Der Vorlagebeschluss entspricht (...) nur teilweise den Begründungsanforderungen. Er wirft zwar durchaus gewichtige verfassungsrechtliche Fragen auf. Doch setzt er sich nicht hinreichend damit auseinander, ob diese auch entscheidungserheblich sind, da unklar ist, ob die Rechtsfolgenbelehrungen zu den Sanktionsbescheiden den gesetzlichen Anforderungen genügen.
Wären die angegriffenen Bescheide bereits aufgrund fehlerhafter Rechtsfolgenbelehrungen rechtswidrig, käme es auf die Verfassungsgemäßheit der ihnen zugrunde liegenden Normen nicht mehr an."

 
 

2736 Blog-Aufrufe gestern

Aus einem mir gänzlich unbekannten Grund hat es gestern 2736 Aufrufe dieses Blogs gegeben ...
Das ist ungefähr 10 Mal so viel, wie normal.
Ich bin gespannt, wie sich das Rätsel löst ...
Mit staunen -
RB

Montag, 23. Mai 2016

Marsch der Entrechteten ...

Foto von Bert Herden

Liebe Freunde,
 
nachdem ich sehr lange gehungert habe und meine Bindung an den Leib sehr weitgehend gelöst war, 
nachdem ich dann auch recht lange gebraucht hatte, um wieder ins Leben zurück zu kommen,
steht sie jetzt wieder da: die große Frage:
Was macht Sinn? Wie wollen wir jetzt weiter gehen?
 
Es ist für mich unerträglich zu sehen, 
.wie sehr das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe die Bearbeitung der Klage zur Verfassungswidrigkeit der Sanktionen in Hartz IV auf die lange Bank schiebt (wenn es sie überhaupt je behandeln will) … und das, obwohl Millionen Schicksale davon betroffen sind.
 
Es ist für mich unerträglich zu sehen, 
.wie Frau Nahles die Regelsätze nicht erhöht, obwohl die gestiegenen Lebenshaltungskosten das schon lange fordern, 
.wie sie im Zuge der "Rechtsvereinfachung" die Rückerstattungspflichten des Jobcenters im Falle falsch und zu niedrig ergangener Bescheide einschränken und somit die Hartz IV-Empfänger um ihr berechtigtes Geld bringen will, 
.wie massive Erschwernisse für alleinerziehende Mütter und ihre Kinder durch Regelungen eingeführt werden, deren Kälte und Niedersinn einen nur erstarren lassen kann,
.wie Hartz-IV-Empfänger jetzt verschärft auf Kosten der Rentenhöhe ihres gesamten Lebensabends zur Frühverrentung gezwungen werden usw. usf..
 
Und es ist für mich unerträglich, zu sehen, 
.wie man die Sanktionsregeln schon so verändert hat, dass, selbst wenn die Sanktionen verboten werden sollten, sie im Form eines "Schadensersatzes" weiter verhängt werden können …
 
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Liebe Freunde, was macht da Sinn?
Wollen wir uns das gefallen lassen?
Und wie können wir endlich unseren Standpunkt gegenüber solchen Machenschaften stärken?
 
Ich habe seit langen eine Idee ins Feld geführt, einen "Marsch der Entrechteten" von Berlin nach Karlsruhe zu starten, so dass wir und die Dinge endlich "in Gang" kommen können und das Verfassungsgericht eine Stärkung, sich mit der Frage zu beschäftigen, erhält. 
 
Die Frage ist: Kann das gewollt werden - und macht das Sinn?
 
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Es gibt Menschen, die mich kritisch sehen.
Die einen sehen mich "rechts", 
die anderen als Eso-Spinner,
die dritten sehen mich nicht als politischen Aktivisten, sondern als Selbstdarsteller usf..

Das kann im Kampf des politischen Lebens nicht ausbleiben, dass so geurteilt wird.
Die Frage ist, würde man trotzdem mit mir – oder wenn wir mehrere sind, mit uns gehen – uns in Netz und Presse unterstützen – und würde man uns, wenn wir in einer Stadt oder einem Dorf ankommen, dort empfangen, dass wir dort übernachten und Aktionen durchführen können usf? Einfach, weil die Sache wichtig ist?
 
Oder sollen wir weiter warten, jammern und nur zusehen, wie sich die Dinge immer weiter verschlechtern, bis sie so weit verschlechtert sind, dass es zu großen gewaltsamen Ausbrüchen – und dadurch zur weiteren Erstarkung der Gegenkräfte kommt? 
 
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Um Antworten, aber auch um Kritik und Verbesserungsvorschläge, bitte ich hier (s.u.)

Zum 67sten Geburtstag des Grundgesetzes
- Berlin, den 23.05.2016 -
euer Ralph
 
 
 

Mittwoch, 3. Februar 2016

Flüchtlingskrise - Stellungnahme



Im Dezember hatten wir eine Familie aus dem Irak mit 4 Kindern bei uns zu Gast.

Vorher hatten wir unserem Freund N., der im Lageso ehrenamtlich Übersetzungstätigkeiten ausübt, gesagt: "Wenn da jemand obdachlos ist, vorrangig eine Frau, kann sie vorübergehend bei uns übernachten. Wenn wir zusammenrücken, haben wir noch ein Hochbett frei …"

N. fand das gut. Nach einigen Tagen rief er an und stellte uns eine Frau, "jetzt schon neun Tage obdachlos", in Aussicht. Wir stimmten gerne zu.

Nach einer halben Stunde kam der Anruf, sie habe auch ein Kind.
Das änderte die Lage natürlich gewaltig – aber wir ließen uns auch darauf ein.

Nach einer weiteren halben Stunde kam die Nachricht: "Sie hat NOCH ein Kind …"
Schluck …
Die Wohnung ist klein. Aber es ist Krieg. Was soll man da sagen.
Absagen? Die "Grenzen dicht" machen? – wo mit jedem Kind die Sache nur DRINGLICHER wird?

Schlussendlich waren Mutter, Vater und vier Kinder bei uns zu Gast. Wir haben die Wohnung, das Essen, die Probleme, und – ja – teils auch die Läuse miteinander geteilt. Improvisation und Phantasie waren gefragt. Und etwas guter Wille. Aber WIRKLICHE Probleme hat es NICHT gegeben.

Auch die Läuse waren im unseren geregelten Verhältnissen kein Problem: Ein bisschen Öl aus der Apotheke – das war es dann auch schon.
Auf Flucht ist das anders. Die Kinder hatten teils schreckliche Bisswunden auf dem Kopf und ihnen waren die Haare abrasiert.

Die Stimmung war sehr gut. Die Familie war sehr leise und in allem sehr bedacht. Wir konnten zwar kaum ein Wort miteinander sprechen, aber uns mit Gesten gerade so verstehen. Und wenn N. bei wichtigen Fragen nicht zur Verfügung stand, bin ich mit dem Vater in die nahe gelegene Badstraße marschiert, habe einen arabisch aussehenden Menschen dort auf der Straße um Hilfe gefragt, und der hat uns dann alles übersetzt. – Wir wohnen im Wedding … da war das glücklicherweise kein Problem.

Waren wir jetzt "Gutmenschen"?
Na ja! Wenn wir … dann aber die Iraker auch!
Die Herzlichkeit war nicht zu überbieten.
Die Bedrohungen, die sie letztendlich zur Flucht bewegten, die waren das allerdings auch nicht.

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Es wird viel von der Flutung Deutschlands mit Ausländern gesprochen – und diese FLUTUNG zum Problem erklärt.

Es ist aber kein DEUTSCHES - sondern ein WELT-Problem, ein Problem der GANZEN MENSCHHEIT, welches uns hier trifft. - ÜBERALL sind Menschen auf der Flucht.
Vor Was? Vor Wem? Und wer hat den Wind gesät, dessen Sturm wir jetzt ernten? [1]
Vor 49 Jahren ist Benno Ohnesorge erschossen – und damit die Radikalisierung der protestierenden Studenten bis hin zum Terrorismus der 70er und frühen 80er Jahre bei uns eingeleitet worden. Und auf der anderen Seite der "Gang durch die Institutionen", den ein anderer Teil der Studenten unternahm

Beide Bewegungen sind gescheitert. Die eine durch das Unrecht, dass sie selber zeugte, die andere durch ihre Anpassung an die Verhältnisse, die sie einst zu kritisieren unternahm. Gestartet sind sie aber beide durch ein erstes, bis heute unerledigtes (!) Aufbegehren des Gewissens gegen den unmoralischen Einfluss des Westens in die Geschicke der muslimischen Welt.

Jetzt, nach 49 Jahren des nicht Hinsehen Wollens auf die dunkle Seite unserer Macht- und Wirtschaftspolitik sind Taliban, Al-Quaida und der IS entstanden und die Flüchtlinge bei uns. Wie sollen wir da in NATIONALEN Kategorien denken???

Das Problem des Kulturen stellt sich natürlich scharf. Aber es ist Krieg. Und trotz der bei uns auftretenden riesigen Probleme schätze ich es sehr, dass unsere Grenzen NICHT geschlossen worden sind und Frau Merkel einen Rest von Humanität in dieser Lage aufrecht erhalten hat …

Aber ich bedaure, dass Politik und Presse nicht ebenso mutig über die WAHREN Ursachen der weltweiten Kriege und Krisen sprechen.      

Entweder wir erfassen die WELTWEITE Dimension des Problems und gehen seine (durchaus auch bei uns hausgemachten) WAHREN Ursachen an – oder wir verfallen in düsteren Nationalismus, wenden uns gegen die Fliehenden und verspielen noch einmal unseren guten Ruf und völlig unsere Ehre …

29.01.2016,
Ralph Boes
 

Samstag, 19. Dezember 2015

Mut und Wandel

Vortragsankündigung:

Ralph Boes
 
MUT UND WANDEL
 
  • Ohne Mut und Entschiedenheit
    ist in Richtung Menschenwürde und Demokratie
    in unserer Gesellschaft nichts mehr zu bewegen.


Bericht vom zurückliegenden "Experiment mit der Wahrheit"  - und Anstiftung zu einer gesellschaftlichen Muttat
 
  

Sonntag, 6. Dezember 2015

Asyl 1 und Asyl 2

Liebe Freunde –
ich möchte hier einen kurzen Bericht über meinen Zustand geben:
Nachdem ich nach 132 Tagen des Hungerns in der Kirche aufgenommen worden bin, habe ich wieder angefangen zu essen und regeneriere mich langsam. In meinem Körper fühle ich mich wohl, halte aber noch keine Belastungen aus. Kurz: die Teilnahme an den Vorträgen von Daniela Dahn und Johannes Stüttgen haben meinem Geist zwar sehr sehr gut getan, meinen Leib aber mächtig angestrengt.
Das Asyl wurde am 30.11. beendet, da ich seit dem 01.12. wieder Hartz IV beziehe. Das Amt hat stillschweigend auf eine mögliche weitere Sanktion verzichtet und versucht zur Zeit, mein Leben zu schonen, obwohl es keine Gesetzesgrundlage dafür gibt! Jedenfalls nicht für einen Menschen wie mich, der sich vorgenommen hat, den Staat an seine eigenen Grundsätzen zu messen und ihn an seine Ideale zu erinnern.
Ich möchte mich hiermit zutiefst bei der evangelischen Kirchengemeinde bedanken, die mir durch das Asyl so freimütig weiter geholfen hat. Für MICH war es bedeutend, dass es dabei nicht so sehr um den Schutz meines Lebens, sondern mehr um eine Unterstützung meines Widerstandes ging.
Alles ist im Fluss. Jetzt bin ich wieder in meiner Wohnung – aber auch dort hat sich einiges verändert:
Am 04.12. hat unsere Regierung beschlossen, im Krieg in Syrien mitzumischen. Meine Empörung darüber brauche ich glücklicherweise nicht weiter auszuführen, nachdem Sahra Wagenknecht und Willy Wimmer sich so treffend dazu geäußert haben (s. hier: [1] und hier: [2]). Anzufügen ist nur, dass (auf eigentümlich verworrenen Wegen) zum selben Zeitpunkt eine vom Lageso in die Obdachlosigkeit entlassene irakische Familie mit 4 Kindern von 2 bis 15 Jahren bei uns gestrandet ist.
Es ist ein eigentümliches Spannungsfeld: auf der einen Seite die Eiseskälte unserer konsequent undemokratisch, verfassungs- und völkerrechtswidrig agierenden Regierung mit all ihren tüchtigen Wirtschafts- und Rüstungs-Lobbyisten im Rücken und all den schrecklichen Folgen ihres üblen Wirkens in der Welt – und auf der anderen Seite die seelische Wärme, die sich im unmittelbaren Kontakt mit Menschen in tiefster existenzieller Not ergibt.
Irgendwie (auch) ein Weihnachtsmotiv.
Berlin am 06.12.2015,
Ralph Boes
  
 
 

Sonntag, 22. November 2015

Aus dem Kirchenasyl: Sankt Boes

Wie es mir geht?
 
Nach langem Hungern und einer Zeit großer innerer Umbrüche habe ich mich jetzt neu "gefunden" und nehme jetzt auch wieder zu.
 
Mein "Kampfgewicht" habe ich zwar noch nicht erreicht, aber frech sein kann ich schon:
  
Nach dem Gespräch mit der Geschäftsführung des Jobcenters hat das Jobcenter mich jetzt zu einem Termin eingeladen.
 
Hier ist meine Antwort >>
 
 

Samstag, 14. November 2015

Asyl

 
 
 Sanktionshungern vorerst beendet -
ASYL in der Kirche
Zwei verschiedene Berichte:
 
 
 

Antrag auf PKH

09.11.2015:
Mein Antrag auf PKH und aufschiebende Wirkung
ist aufs gründlichste
abgelehnt.
 
 

Montag, 2. November 2015

Ein Experiment mit der Wahrheit

 
 
 

 
Die Würde des Menschen ist unantastbar?
Ein Experiment mit der Wahrheit
Ralph Boes
 
 
 
Erste Fragen:
 
Können Sie sich vorstellen, dass wir in Deutschland ein Sozialsystem haben, welches die Würde des Menschen nicht achtet?
Das, statt Menschen in Not zu helfen, sie sogar in Not bringt - und hauptsächlich dazu dient, den Niedriglohnsektor zu erweitern und die Arbeit-nehmerrechte abzuschaffen?
Das also gewisse Unternehmen – und nicht die betroffenen Menschen unter-stützt?
Können Sie sich vorstellen, dass wir in Deutschland ein Sozialsystem haben, das den Begriff der Familie nicht kennt?
In dem die Mutter eine "Arbeitssuchende" und das Kind ein "Vermittlungs-hemmnis" ist?
Das Menschen in künstliche und sinnfreie Beschäftigungsmaßnahmen zwingt – statt sie freizustellen für Taten, die sinnvoll sind?
 
 
Die Menschenrechte:
 
Das Sozialgericht in Gotha hat Hartz IV für menschenrechts- und für verfassungswidrig erklärt und das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe zur Überprüfung des Gesetzes aufgerufen. [1]
Die Uno fordert Deutschland schon lange "dringend" dazu auf, "die Menschen-rechte in die Armutsbekämpfungsprogramme mit einzubeziehen."  [2]
Und es gibt jetzt schon wesentlich mehr Hartz-IV-Tote bei uns, als Mauertote in der DDR. [3]
 
 
Das Problem …
 
sind die "Sanktionen" (= Bestrafungen durch Geldentzug) in Hartz IV.
Wer nicht bedingungslos tut, was das Jobcenter ihm vorgibt, dem wird das Lebensminimum entzogen.
Bis hin zum völligen Entzug der Lebenshaltungskosten, der Miete und der Krankenkasse.
 
 
Die Angst:
 
Die Sanktionen schüren Angst.
Die Angst, in einer Welt, in der die Rationalisierung zum alles bestimmenden Thema geworden ist, den Arbeitsplatz zu verlieren.
Die Angst, die Freiheit zu verlieren, leben und arbeiten zu können, wie es förderlich und sinnvoll ist.
Die Angst, die Familie, die soziale Stellung, ja selbst das Leben zu verlieren, wenn man nicht bedingungslos erfüllt, was Politik und Wirtschaft von einem wollen.
 
Die schwer erkämpften Errungenschaften der Gewerkschaften zu den Arbeit-nehmerrechten, das Sozialsystem, die Menschenwürde und die Menschenrechte sind durch Hartz IV in Frage gestellt.
 
 
Die Aktion: 
 
Ralph Boes hat sich zur Aufgabe gemacht, dem entgegen zu wirken.
Neben seiner unermüdlichen Aufklärungsarbeit über das Wesen von Hartz IV hat er auch das Gutachten in Gang gebracht, welches jetzt das Sozialgericht in Gotha bewogen hat, Hartz IV für verfassungswidrig zu erklären. [4]
Damit er wirken kann, ist er selbst in Hartz IV. Nur so können die Sanktionen ihn treffen – und nur so kann er gegen sie wirken. [5]
Im Hartz-IV-System wird er für diese Arbeit sanktioniert. Sein Einsatz für die Menschenrechte und für die Wiederherstellung unserer Verfassung wird vom System nicht anerkannt. Er müsste sinnlosen Maßnahmen zur Verfügung stehen, um nicht sanktioniert zu werden.
Seit über 3 Jahren wir er sanktioniert, seit über 2 Jahren hat er kein Geld für Essen, Wohnung oder Krankenkasse. [6] Dass er noch lebt, verdankt er einer großen, seine Arbeit stützenden gesellschaftlichen Solidarität.
Da jetzt das Hartz-IV-Gesetz zur Überprüfung im Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe liegt, hat er entschieden, diese Solidarität nicht weiter zu beanspruchen. [7]
Seit dem 01.07.2015 hungert er in Folge der ihn schon lange treffenden Sanktionen.
Jenseits von allen gesellschaftlichen Glaubensbekenntnissen und politischen und juristischen Tricksereien fordert er das System mit seinem Leben zu einer klaren Stellungnahme heraus:
 
 
 
Ist die Menschenwürde unantastbar?
Ein Experiment mit der Wahrheit!
 
 
 
 
 
 
 

Samstag, 31. Oktober 2015

Gespräch mit der Geschäftsführung des Jobcenters Mitte

Gespräch mit der Geschäftsführung des Jobcenters Mitte
Am 01.09.2015 hatte ich mir unverlangt zugesendete Lebensmittelgutscheine ans Amt zurückgeschickt - mit der Bitte um ein Gespräch!
Am 09.09.2015 wurde ich von der Geschäftsführung mit einem sehr freundlichen und entgegenkommenden Schreiben zum Gespräch eingeladen, welches dann am 24.09.2015 auch stattgefunden hat.
Im Gespräch bin ich gebeten worden, mit dem Hungern aufzuhören und die Situation zu deeskalieren. Hier ist jetzt meine Antwort >>
 
 

Freitag, 9. Oktober 2015

Sanktionen: Die große Lüge von den "vier Prozent"

@Sanktionen: Die große Lüge von den "vier Prozent":
  
Es wird immer gesagt, die Sanktionen seien eigentlich nur ein Randproblem. Sie würden nur drei oder vier Prozent der Hartz IV-Bezieher betreffen. Katja Kipping würde übertreiben: 96 Prozent der Hartz IV-Bezieher hätten mit den Sanktionen keinerlei Problem …
 
Das ist eine große Lüge. Ich möchte sie erklären:
 
Als ich eingeschult wurde war ich in einer Schule, in der EIN Lehrer VIER Klassen gleichzeitig unterrichtet hat – in ALLEN Fächern. Es gab keine Klassentrennung, aber der Rohrstock war noch in Gebrauch.
Jetzt folgender Gedanke:
Man stelle sich vor, die Klasse hat 25 Schüler.
An EINEM Tag wird EINER von ihnen vom Lehrer verprügelt:
Dann sind das nur vier Prozent der Klasse.
Man kann also sagen – 96 Prozent der Klasse kommen bestens mit dem Lehrer zurecht, nur vier Prozent der Klasse haben mit dem Lehrer ein Problem.
Dass DAS schon gelogen ist, ist klar. In Wahrheit hat das Prügeln FÜR ALLE eine große Bedeutung – auch wenn es nur EINEN trifft. Ein allgemeines Angstsystem wird so errichtet und ALLE werden zur Unterwerfung gezwungen.
Aber es geht weiter:
Man stelle sich vor, am nächsten Tag wird wieder einer verprügelt, und zwar ein anderer. Und so jeden Tag. Innerhalb von 25 Tagen können so 100 Prozent der Schüler verprügelt worden sein. Weil aber TÄGLICH nur EINER verprügelt worden ist, kann man immer sagen noch sagen, dass die Prügel nur 4 Prozent betroffen hat und 96 Prozent keinerlei Probleme haben.
Sollten an einem Tag einmal vier Schüler ordentlich verprügelt worden sein – die nächsten drei Tage aber keiner – so sind es immer noch "nur vier Prozent"!
 
In solcher Weise werden wir belogen:
Die 3 bis 4 Prozent der offiziellen Zählung kommen so zu Stande, dass immer nur die Anzahl von Sanktionierten in einem MONAT aufgelistet wird.
E
in durchgehend lebensbedrohliches und totalitäres Angstregime wird so durch die Statistik WEGGELEUGNET!  
 
Ein zusätzliches Argument kam von Diana:
"Ich finde, man sieht die Lüge auch daran, dass man dann ja sagen könnte: 'Ja, wenn es nur so wenige angeht, ja können wir die Sanktionen ja auch weglassen' … Das dies gerade NICHT gesagt wird, zeigt: Es kommt auf die Abschreckungswirkung an und betrifft selbstverständlich ALLE."
 
 
 

100ster-Hungertag

 
08.10.2015:
100.ster Hungertag
 
und:
 
Nichts ist erledigt -
 
aber ich auch noch nicht.  
 
Gewicht heute
71,2 kg
 
 
 

 

 

Montag, 5. Oktober 2015

97.ster Hungertag

05.10.2015:

97.ster Hungertag:


Da mein Körper offensichtlich entschieden hat, dass ich unsterblich bin
(es gibt niemanden, der mehr erstaunt ist über meinen Zustand, als ich selbst) -
werde ich wieder in die Offensive gehen:
 

Ab kommenden Donnerstag werde ich für Kontakt und Gespräche
- immer Donnerstags und Freitags,
- jeweils zwischen 16 und 18 Uhr
- unter den Linden im Café Einstein
sein.
So weit die Kräfte tragen ...

Das Café Einstein Unter den Linden ist "Berlins Wiener Kaffeehaus für Politiker, Journalisten, Kultur-Prominenz und Berlin Touristen"
[1]
 

Mal sehen, was sich da ergibt ...
 

Adresse: Café Einstein, unter den Linden 42, 10117 Berlin

   - 
Der Samstags-Termin in der Spanheimstrasse muss dafür allerdings gestrichen werden. 
 

Mit herzlichem Gruß,
euer Ralph

 

Gewicht heute
72,0 kg
 
 

Donnerstag, 17. September 2015

Warum wollen Sie auf Kosten Anderer leben

17.09.2015:
 

Auf Grund des neuen Artikels in der Süddeutschen wurde in Facebook eine sehr interessante Frage gestellt:
 
"Herr Boes: Warum wollen Sie auf Kosten Anderer leben?"
 
Meine Antwort:...
 
Sehr geehrter Herr Xxxxxxx:
Ihre Frage ist sehr wichtig. Mein Antwort:
 
Frau Merkel lebt "auf Kosten anderer", dasselbe tut aber auch der Arzt.
JEDER lebt "auf Kosten anderer".
  

Deswegen ist die Antwort: dass ich gar nicht auf Kosten anderer leben WILL, sondern es MUSS - genauso, wie auch andere auf meine Kosten leben MÜSSEN.
  

Wenn es z.B. durch meine Arbeit mit ermöglicht werden sollte, das Sozialgesetz wieder in den Rahmen der Verfassung zu bringen - wäre unglaublich viel geleistet - FÜR ALLE - und dies zunächst auch auf MEINE Kosten - vielleicht sogar auf Kosten meines Lebens. Usw. usf. -
  

Hier muss also völlig neu gedacht werden darüber, wer auf wessen Kosten lebt!
DAS ist hier meine erste Antwort ...
 
 

Samstag, 12. September 2015

Nachfrage wegen ausbleibender Antwort

Gekürzte Fassung



An das Jobcenter Berlin Mitte                                                        Berlin, den 14.09.2015  
  

Sehr geehrte Frau Xxxxxxx,

 

am 01.09.2015 habe ich die mir von Ihnen unverlangt zugesandten Lebensmittegutscheine

– unter Beilage eines Schreibens zur Menschenrechtswidrigkeit dieser Gutscheine
an Sie zurückgeschickt, ihnen aber auch deutlich gemacht, dass ich deren Entgegennahme nicht völlig ausschließe.
 
Auf meine Bitte um ein Gespräch sind Sie bis heute nicht eingegangen!
Trotz der Dringlichkeit der Sache!
 
Wollen Sie wirklich nicht mit mir sprechen?
Und nehmen meinen Tod in Kauf?
 
Ist es nicht mehr als verständlich, dass ein "Kunde", der eine "Dienstleistung" von Ihnen entgegennehmen soll, nach dem Wesen dieser Dienstleitung fragt?
Und dass ein Mensch, dem Sie eine "Unterstützung" zukommen lassen wollen,
um im Sinne des Ihnen verfassungsmäßig gegebenen Auftrages seine Würde und sein Leben zu schützen,
[1]
nach dem Wesen dieser Unterstützung fragt?
  
Haben Sie nicht das Vertrauen, dass wir gemeinsam etwas erfinden oder lösen können?
 
Unsere Aktion am Pariser Platz trägt den Titel:
      
       Die Würde des Menschen ist unantastbar?
            Ein Experiment mit der Wahrheit

Ist das Experiment gescheitert?
Nicht für mich - sondern für die Bundesrepublik?
    

 
Mit freundlichem Gruß
aus dem 76sten Hungertag
 
Ralph Boes
      

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[1] Einen anderen Auftrag HABEN Sie im Sinne der Verfassung - und DURFTEN Sie vom Parlament - NIE erhalten!